Start > Preßnitztal > Niederschmiedeberg

Niederschmiedeberg
480 - 500 m ü. NN
490 Einwohner

Mit freundlicher Genehmigung der Mediencooperative audioscop e.V. Schwarzenberg von www.grenzatlas.org.
Fotos: Harald Wunderlich

Die Gemeinde ist ein Ortsteil von Großrückerswalde. Anfang des 15. Jahrhunderts entsteht ein Hammerwerk. Erste urkundliche Erwähnung 1501 im Türkensteuerregister. Seit 1884 reiner Industrieort durch drei Papier- und Pappenfabriken.
Ab 1955 nimmt der VEB deutsche Kühl- und Kraftanlagen die Kühlschrankproduktion in einer ehemaligen Papierfabrik auf und war damit einziger Haushaltskühlschrankproduzent der DDR. 1988/89 waren über 2000 Menschen in Niederschmiedeberg beschäftigt, erstmals verlassen über eine Million Kühlschränke jährlich das Werk. Nach Gesamtvollstreckung 1992 geht daraus die FORON Hausgeräte GmbH hervor. Im Februar 1993 erhält FORON den blauen Umweltengel für den ersten FCKW/FKW freien Kühlschrank. 1995 verlassen die letzten Kühlschränke das Werk. Am 15.03.1996 beantragt auch FORON die Gesamtvollstreckung und wird von einem niederländischen Haushaltsgerätehersteller übernommen. Ende 2001 wird die Produktion eingestellt, die gesamte moderne Technik an die Türkei verkauft und 2002 mit über 200 LKWs abtransportiert.

Ehemaliges Rathaus Ortsansicht 1 Ortsansicht 2

Sehenswert:

Denkmal  
 
 
 
 

Figurengruppe:
Im Park in der Nähe des Feuerwehrdepots.
Denkmal eines Bergmannes und Eisengießers.

 

Einige Geschichtsdaten:

Um 1400 Besiedlung - ein Hammerwerk im Ort
1501 erste urkundliche Erwähnung im Türkensteuerregister
1563 Älteste urkundliche Belege über den Bergbau
1618 - 1648 Im Dreißigjährigen Krieg werden das Hammerwerk und Teile des Ortes niedergebrannt
1820 Stilllegung des Hammerwerks durch billigeres und qualitativ hochwertigeres Eisen aus Großbritannien
1843 Schneidmühle errichtet
1856 Niederschmiedeberg gehört zum neugebildeten Gerichtsamt Marienberg
1874 Niederschmiedeberg gehört zur Amtshauptmannschaft Marienberg
1884 Umbau der Mahl- und Schneidemühlen zu Papier- und Pappenfabrik
31.05.1892 Preßnitztalbahn Wolkenstein-Jöhstadt nimmt Fahrbetrieb auf
06.05.1897 Friedhof und Betraum geweiht
1927 Rathaus errichtet; Niederschmiedeberg erhält ein Gemeindesiegel
1941 Vier verstorbene Kriegsgefangene werden auf dem Friedhof bestattet
1942 - 1943 Zwei Baracken für ausländische Zwangs- und Zivilarbeiter der Papierfabrik Pilz erbaut
1945 Sechs Häuser werden durch Bombenabwurf und Luftminen beschädigt;
am 8. Mai besetzen sowjetische Truppen den Ort
1946 Maschinen der Papierfabrik werden demontiert und als Reparationleistung nach Russland gebracht
1947 400 Jahrfeier des Ortes (Nachfeier von 1945)
1955 Beginn der Kühlschrankproduktion des VEB dKK Scharfenstein in ehemaliger Papierfabrik
1959 - 1968 Die Niederschmiedeberger 6er Kunstfahrmannschaft im Hallenradsport gewinnt alljährlich die DDR Meisterschaft
1965 - 1967 Sporthalle erbaut
1968 Schornsteineinsturz: 4 dKK Arbeiter sterben
1974 Kegelbahn und Schnitzerheim eingeweiht
1979 Schnitzverein fertigt Ortspyramide
1986 Preßnitztalbahn Wolkenstein-Jöhstadt stillgelegt
01.01.1993 Verwaltungsgemeinschaft mit Großrückerswalde und Mauersberg
01.01.1994 Ortsteil von Großrückerswalde

Arno und Margarehte Bach, Luise Griesmann und Frida Lissack erhalten 1990 in der israelischen Botschaft in Berlin die Medaille "Rechtschaffende der Nation".
Die vier Niederschmiedeberger versteckten die Chemnitzer Kommunisten Kurt Kretschmar und seine Ehefrau Edith vor dem Zugriff der Faschisten. Die guten Bekannten des Antifaschisten Arno Bach und seiner Frau konnten während des Luftangriffs auf Chemnitz am 5. März 1945 aus der teilweise zerstörten Haftanstalt Kaßberg fliehen. Weiterhin versteckten sie ab 16. April bis Kriegsende 1945 die Buchenwald KZ-Insassen Michael und Jurek Rozenek, zwei polnische Juden. Sie konnten während eines Luftangriffs auf ihren Häftlingstransportzug nach Therezin (Theresienstadt) bei Gelobtland fliehen.

Abenteuerspielplatz Panorama